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Trattoria Riviera in Klettenberg: Sizilianisch essen, fair trinken

Saisonale Pasta, Pizza, aufmerksamer Service und Flaschenweine um 30 Euro. Eine verlässliche Veedelsadresse auf dem Gottesweg.

Trattoria Riviera in Klettenberg: Sizilianisch essen, fair trinken

Es gibt Restaurants, über die man schreibt, weil man einfach immer wieder hingeht. Die Trattoria Riviera auf dem Gottesweg in Köln-Klettenberg ist für mich so ein Ort: ein kleiner Italiener mit sizilianischer Prägung, stabiler Karte, freundlichem Service und Weinen, bei denen man nicht das Gefühl bekommt, für einen normalen Dienstagabend eine kleine Finanzplanung aufstellen zu müssen.

Ich gehe seit vielen Jahren gerne dorthin. Nicht jeder Besuch muss ein Erlebnis mit Ausrufezeichen sein. Manchmal reicht es, wenn ein Restaurant zuverlässig gut kocht, aufmerksam bleibt und einem nach zwei Stunden das Gefühl gibt, dass der Abend richtig entschieden war. Solche Abende habe ich dort regelmäßig.

Kurz gesagt
  • Ort: Trattoria Riviera, Gottesweg, Köln-Klettenberg.
  • Küche: Italienisch mit sizilianischem Einschlag, dazu saisonale Wochenkarte.
  • Wein: Überschaubar, fair kalkuliert, offene Weine etwa um 5 Euro für 0,2 Liter, Flaschen meist zwischen 21 und 30 Euro.
  • Passt für: Entspannte Abende im Veedel, Pasta- und Pizza-Lust, unkomplizierte Runden mit gut bezahlbarer Flasche am Tisch.

Warum die Riviera eine gute Veedelsadresse ist

Die Speisekarte ist relativ stabil. Pizza, Pasta, Fleisch und Fisch sind die verlässliche Basis, also genau das, was man bei einer Trattoria erwartet, wenn man nicht zuerst ein Konzept entschlüsseln möchte. Interessanter wird es durch die Wochenkarte, die saisonal wechselt und der Küche etwas mehr Beweglichkeit gibt. Bei meinem jüngsten Besuch Anfang Juni standen unter anderem Spargelgerichte auf der Karte: Spaghetti mit Scampi und Spargel, frische Ravioli mit Spargelfüllung und, als bodenständiger Gegenpol, eine Pizza Salami.

Die Stärke der Riviera liegt darin, dass die Gerichte sauber auf den Tisch kommen und der Laden bei sich bleibt. Die Spaghetti mit Scampi und Spargel waren der Teller, der für mich am stärksten nach Wochenkarte schmeckte: genug Frische vom Spargel, eine leichte Süße der Scampi und eine Sauce, die nicht zu schwer wurde. Bei solchen Gerichten entscheidet oft die Balance. Zu viel Sahne oder zu viel Knoblauch, und der Wein daneben hat keine Chance mehr. Hier blieb genug Luft im Gericht.

Die Ravioli waren die ruhigere Wahl: weich, cremig, mit Spargel als saisonalem Bezug. Ein Teller, der gut zu einem frischen Weißwein passt. Die Pizza Salami ist wiederum der Reality-Check für jeden Italiener im Veedel. Wenn man mit Kindern, Freunden oder einfach großem Hunger kommt, landet sie schnell auf dem Tisch. Der Rand war ordentlich, der Belag klassisch, die Würze ausreichend.

Frische Ravioli mit Spargel in heller Sauce in der Trattoria Riviera
Ravioli mit Spargel: Eher leise, cremig und gut mit einem frischen Weißwein.
Pizza Salami mit gebräuntem Rand in der Trattoria Riviera
Pizza Salami als solider Gegenpol zur Wochenkarte.

Die Weinkarte: Klein, aber brauchbar

Ich schaue natürlich zuerst auf die Weinauswahl. In der Riviera ist sie überschaubar und mit Sorgfalt zusammengestellt. Die offenen Weine liegen ungefähr bei 5 Euro für 0,2 Liter, die Flaschen bewegen sich grob zwischen 21 und 30 Euro. Das ist für Köln angenehm fair, vor allem wenn man mit mehreren Personen am Tisch sitzt und nicht nach dem zweiten Glas in stilles Kopfrechnen verfällt.

Meine Weißwein-Empfehlung ist der Cà Maiol Prestige Lugana für 30 Euro. Den gibt es nach meiner Erfahrung auch immer mal wieder offen, zumindest auf Nachfrage. Stilistisch ist das ein guter Riviera-Wein: frisch, lebendig, fruchtig, und er übertönt dabei die Küche nicht. Zu Scampi, Spargel, heller Pasta oder auch einer einfachen Pizza bianca wäre das für mich die sichere Wahl. Lugana kann schnell gefällig wirken; hier passt diese Zugänglichkeit, weil der Wein das Essen begleiten soll.

Beim Rotwein lohnt sich der Velenosi Brecciarolo Rosso Piceno DOC Superiore für 28 Euro. Er bringt eine intensive, dunklere Frucht mit, ist rund gebaut und hat eine spielerisch eingebundene Eiche. Für filigrane Teller ist er zu kräftig; sobald Pizza, Tomate, Fleisch oder kräftigere Pasta auf dem Tisch stehen, ist er ein sehr brauchbarer Begleiter. Ich mag an ihm, dass er genug Wärme und Frucht hat, ohne schwerfällig zu werden.

Velenosi Brecciarolo Rosso Piceno Superiore mit Rotweinglas in der Trattoria Riviera
Der Brecciarolo von Velenosi ist für mich die rote Flasche, die in der Riviera viel abdeckt: Pizza, Tomate, kräftigere Pasta.

Als Alternative hat mich der Villa Raiano Aglianico bei den letzten Besuchen ebenfalls überzeugt, ebenfalls für 28 Euro. Aglianico bringt von Natur aus mehr Struktur und Würze mit. Wer Rotwein gerne etwas dunkler, herzhafter und mit mehr Griff trinkt, kann hier gut landen. Zu sehr hellen Spargelgerichten würde ich trotzdem beim Lugana bleiben.

Service, Atmosphäre und Mitnehmen

Der Service ist einer der Gründe, warum die Riviera für mich mehr ist als eine praktische Adresse. Man wird freundlich und aufmerksam bedient: präsent, wenn etwas fehlt, und sonst angenehm zurückhaltend. Das Ambiente ist klassisch und vertraut, man setzt sich an den Tisch und findet recht schnell in den Abend.

Seit Corona haben wir dort auch immer wieder Essen zum Abholen bestellt. Praktisch ist dabei, dass die Riviera das Mehrwegsystem von Vytal nutzt. Im Alltag macht das einen Unterschied: weniger Müll, stabilere Verpackung und Essen, das zu Hause mit einer eigenen Flasche Wein deutlich besser ankommt als in einer müden Einwegschale.

Für wen passt die Trattoria Riviera?

Wer eine tief ausgearbeitete Naturweinkarte, seltene gereifte Flaschen oder eine große kulinarische Inszenierung sucht, ist an anderen Orten besser aufgehoben. Die Riviera ist eine Adresse für Menschen, die im Kölner Süden solide italienisch essen möchten, Wert auf freundlichen Service legen und sich über faire Weinpreise freuen.

Ich würde hingehen, wenn ein Abend unkompliziert gut werden soll: zu zweit unter der Woche, mit Freunden im Veedel oder mit einer kleinen Runde, die Pizza, Pasta und eine bezahlbare Flasche Rotwein zusammenbringen möchte. Meine Bestellung wäre je nach Saison ein Gericht von der Wochenkarte, dazu der Lugana, wenn Fisch, Spargel oder helle Pasta im Spiel sind. Bei Pizza oder Tomate nehme ich den Brecciarolo.

KORKLESE-Einordnung

Eine verlässliche Klettenberger Trattoria mit aufmerksamer Gastgeberschaft, solider Küche und fairen Weinen. Angenehm unaufgeregt und gemacht für Abende, die einfach funktionieren sollen.

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Tim Sotomayor

Schreibt KORKLESE aus Köln: selbst besuchte Orte, selbst probierte Flaschen.

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