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Belgisches Viertel vs. Südstadt: Ein Bar-Hopping-Guide für Entdecker

Zwei Kölner Veedel, zwei völlig unterschiedliche Wein-Vibes. Wo man in der Südstadt versackt und im Belgischen Viertel Neues entdeckt.

Belgisches Viertel vs. Südstadt: Ein Bar-Hopping-Guide für Entdecker

Köln ist nicht einfach nur eine Stadt, es ist ein Geflecht aus völlig eigenständigen Veedeln. Wenn es um Wein geht, könnten das Belgische Viertel und die Südstadt kaum unterschiedlicher sein. Beide haben ihre absolute Berechtigung – je nachdem, was der Abend bringen soll.

Belgisches Viertel: Entdeckung und Dynamik

Im Belgischen Viertel pulsiert es. Hier findet man die Bars, die den Anspruch haben, neue Trends auf die Karte zu bringen – von Natural Wine bis hin zu vergessenen Rebsorten aus Osteuropa. Das Publikum ist dynamisch, die Gläser sind modern, und die Stimmung ist am Wochenende elektrisierend.

Bar Rix (Friesenwall)

Die Weinkarte in der Bar Rix liest sich wie ein Liebesbrief an das Handwerk. Was hier so herausragend ist: Die unprätentiöse Art, mit der dir auch die wildesten Naturweine oder klassische, gereifte Burgunder an den Tisch gebracht werden. Der Service erklärt viel, ohne zu belehren. Perfekt, wenn man sich von neuen Geschmäckern herausfordern lassen will und Lust auf kleine, extrem feine Bar-Snacks hat.

Henne Weinbar (Pfeilstraße)

Streng genommen schon am Rand der Innenstadt, aber spirituell tief im Belgischen verwurzelt. Die Henne ist der Beweis, dass eine gigantische Weinauswahl (hervorragend kuratiert!) und eine lockere, laute Bar-Atmosphäre sich nicht ausschließen. Wenn man hier an einem Freitagabend am Tresen sitzt, ein Glas erstklassigen Riesling in der Hand und das famose frittierte Hähnchen bestellt, weiß man, warum Köln weintechnisch aufgewacht ist.

Südstadt: Klassik und Gemütlichkeit

Die Südstadt ist der Ort, an dem man eigentlich nur ein Glas trinken wollte, aber dann eine Flasche bestellt, weil die Atmosphäre einen nicht mehr loslässt. Hier geht es oft klassischer zu, mit einer tiefen Verbundenheit zu französischen und deutschen Traditionsweingütern. Hier kennt der Wirt seine Stammgäste, und man rückt an den Tischen gerne ein Stück zusammen.

MAULVOLL Weinbar (Ferkulum)

Ein absoluter Fixpunkt, wenn man sich in der Südstadt auf ein (oder drei) Gläser treffen will. Die Karte ist europäisch geprägt, wunderbar durchdacht und absolut bezahlbar. Was das Maulvoll besonders macht: Die Kombination aus Wohnzimmer-Gemütlichkeit, gelegentlichen intimen Live-Konzerten und Gastgebern, die einem mit einem Handgriff genau den Schaumwein oder Burgunder hinstellen, den der Abend gerade braucht.

alvinha Wein- und Kaffeebar (Bonner Straße)

Wenn man die etwas andere Form des Weingenusses sucht, ist das alvinha eine großartige Entdeckung. Hier liegt der volle Fokus auf handwerklich hergestellten Weinen aus Portugal. Wer glaubt, Portugal könne nur schweren Rotwein oder Port, wird hier eines Besseren belehrt. Spannende autochthone Rebsorten, fantastische Vinho Verdes und eine entspannte Nachbarschafts-Atmosphäre, in der man schnell ins Gespräch kommt.

Fazit für den Abend

Wer den Puls der Zeit im Glas sucht und sich an ungewöhnliche Flaschen wagen möchte, startet im Belgischen Viertel. Wer hingegen auf der Suche nach einem Abend ist, der sich wie eine herzliche Umarmung anfühlt – bei einem reifen Riesling in fast schon familiärer Atmosphäre –, der nimmt die Bahn in die Südstadt. Beide Veedel zeigen, wie lebendig die Kölner Weinszene geworden ist.

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Tim Sotomayor

Korklese Redaktion