# Frontonio La Loma & Los Santos 2021: Ein Weißwein, der Wärme und Zeit braucht

> Verkostungsnotiz zum Frontonio La Loma & Los Santos 2021 aus dem Valdejalón in Aragón: Macabeo und Garnacha Blanca, über den Abend deutlich besser geworden.

- Rubrik: Flaschen
- Autor: Tim Sotomayor
- Veröffentlicht: 2026-08-16
- Themen: Wein und Essen
- Kanonische URL: https://korklese.de/flaschen/frontonio-la-loma-los-santos-2021/

---

49,50 Euro für einen spanischen Weißwein sind eine Ansage. Gekauft habe ich die Flasche aus Neugier: Frontonio „La Loma & Los Santos" 2021 aus Aragón, 60 Prozent Macabeo und 40 Prozent Garnacha Blanca. Zwei Rebsorten, die selten allein auf einem Etikett stehen.

Aus dem Kühlschrank kam die Flasche mit 7 Grad und war damit zu kalt. Bei 25 Grad Außentemperatur haben wir trotzdem eingeschenkt, in der Annahme, dass der Wein die richtige Temperatur unterwegs von selbst erreichen würde. Diese Rechnung ging auf, und sie hat den Abend interessanter gemacht als eine perfekt temperierte Flasche.

<div class="article-summary">
  <strong>Kurz & Knapp</strong>
  <ul>
    <li><strong>Wein:</strong> Bodegas Frontonio, „La Loma & Los Santos", 2021, Valdejalón (Aragón), Vino de la Tierra; 60 % Macabeo, 40 % Garnacha Blanca</li>
    <li><strong>Stil:</strong> Trockener Weißwein mit dichter, fast öliger Textur, straffer Säure und salziger Spannung.</li>
    <li><strong>Preisbereich:</strong> 49,50 Euro pro Flasche.</li>
    <li><strong>Passt für:</strong> Sahnige oder salzige Gerichte und Abende, an denen ein Wein sich über Stunden verändern darf.</li>
    <li><strong>Passt eher nicht für:</strong> Den schnellen eiskalten Schluck auf der Terrasse.</li>
  </ul>
</div>

## Was in der Flasche steckt

Macabeo kennt man vor allem als Cava- und Rioja-Rebsorte, Garnacha Blanca als weiße Verwandte der Grenache. Beide gelten als solide Arbeitssorten, und beide stehen hier auf einem Etikett, das Handarbeit signalisiert: „The Garage Wine" über dem Namen, die Nummer der Flasche darunter, 1155 von 3038, dazu die Unterschrift von Fernando Mora, der als Master of Wine zeichnet.

Der Weinname nennt zwei Weinberge. „La Loma" liegt bei Épila und liefert die Garnacha Blanca von kalkhaltigem Lehm auf rund 500 Metern, „Los Santos" bei Alpartir den Macabeo von Schiefer auf rund 600 Metern, beide von 50 bis 60 Jahre alten Reben. Die zwei Dörfer gehören zum Valdejalón westlich von Zaragoza, einer Gegend ohne eigene DO. Die Weine laufen deshalb als Vino de la Tierra, eine Stufe unterhalb der geschützten Ursprungsbezeichnung, und auf dem Vorderetikett steht folgerichtig keine Appellation, nur der Abfüller in Alpartir.

Im Handel taucht der Wein oft unter Calatayud auf, was eine gewisse Logik hat: Calatayud ist eine der drei Appellationen, die das Valdejalón einrahmen, neben Campo de Borja und Cariñena. Aus dem DO-Gebiet selbst stand hier schon der [Classic Garnacha von Bodegas Langa](/flaschen/bodegas-langa-classic-garnacha-2022-calatayud/), ein junger Roter für rund 11 Euro im Handel. Beide kommen aus derselben Ecke Aragóns; dass dort auch Weißweine für 49,50 Euro entstehen, war mir vorher nicht klar.

## Sieben Grad: Der erste Eindruck

Zuerst fällt die Nase auf, und sie ist ungewöhnlich ausdrucksstark: Pfirsich, Apfel, vielleicht Ananas. Das ist kein Aromenbild, das man bei einem spanischen Weißwein automatisch erwartet, und es macht sofort neugierig auf den ersten Schluck.

Im Mund kommt eine leichte Salzigkeit dazu, gepaart mit straffer Säure und wieder der Frucht: Apfel, Ananas, dezente Vanille und, ganz am Rand, eine Assoziation von Kokosnuss. Kühl serviert steht die Rassigkeit dabei am weitesten vorn. Für die salzige, kühle Spannung darunter ist „mineralisch" ein brauchbares Wort, auch wenn es [mehr Eindruck als Messwert](/wissen/was-bedeutet-mineralisch-beim-wein/) beschreibt.

<figure class="article-figure-portrait">
  <picture>
    <source type="image/webp" srcset="/images/frontonio-la-loma-los-santos-2021/flasche-glaeser-360.webp 360w, /images/frontonio-la-loma-los-santos-2021/flasche-glaeser-540.webp 540w, /images/frontonio-la-loma-los-santos-2021/flasche-glaeser-720.webp 720w" sizes="(max-width: 720px) calc(100vw - 40px), 400px">
    <img src="/images/frontonio-la-loma-los-santos-2021/flasche-glaeser.jpg" srcset="/images/frontonio-la-loma-los-santos-2021/flasche-glaeser-360.jpg 360w, /images/frontonio-la-loma-los-santos-2021/flasche-glaeser-540.jpg 540w, /images/frontonio-la-loma-los-santos-2021/flasche-glaeser.jpg 720w" sizes="(max-width: 720px) calc(100vw - 40px), 400px" alt="Beschlagene Flasche Frontonio La Loma & Los Santos 2021 neben vier gefüllten Weißweingläsern auf einem hellen Holztisch" width="720" height="900" loading="lazy" decoding="async">
  </picture>
  <figcaption>Beschlagene Flasche, erste Gläser: Bei sieben Grad stand die Rassigkeit noch vorn.</figcaption>
</figure>

## Mit Luft und Wärme

Über die nächste halbe Stunde hat sich das verschoben. Luft und steigende Temperatur haben die Rassigkeit gezügelt, und darunter kam mehr zum Vorschein: eine leichte Honignote und Lemoncurd, dazu deutlich mehr Komplexität als im ersten Glas.

Am auffälligsten ist die Textur. Der Wein hat eine hohe Viskosität, fast wie ein Süßwein, obwohl er komplett trocken ausgebaut ist. Im Glas läuft er entsprechend zäh, und im Mund füllt er mehr Raum, als die klare Säure vermuten lässt. Dichte und Zug gleichzeitig, das macht die Flasche für mich interessant.

Vanille und Kokos haben dabei eine naheliegende Quelle. Der Wein reift rund ein Jahr auf der Hefe in großen Holzfässern von 500 und 900 Litern, also in Gebinden, die deutlich weniger Holzton abgeben als ein Barrique. Das passt zu dem, was im Glas steht: eine Ahnung von Fass statt einer Holzschicht darüber, dazu der Schmelz, der die Säure trägt.

## Dazu: Spaghetti Carbonara

Bei mir gab es Spaghetti Carbonara, und das Essen hat mit dem Wein dasselbe gemacht wie die Wärme, nur schneller. Ei, Speck und Käse nehmen der Säure etwas von ihrer Schärfe und schaffen Platz für Geschmack. Umgekehrt räumt die Säure den Gaumen nach jedem Bissen wieder auf, was bei einer fettreichen Sauce mehr wert ist als jede Aromenähnlichkeit.

Der [Pairing-Guide nach Saucen](/flaschen/welcher-wein-zu-welcher-pasta-sauce/) empfiehlt für Sahne- und Käsesaucen einen Chardonnay mit Körper und mineralischer Spannung. Genau diese Aufgabe hat hier ein Wein aus zwei ganz anderen Rebsorten übernommen. Bei Carbonara zählt die Bauweise des Weins offenbar mehr als sein Herkunftsschild.

## Liegen lassen oder aufmachen?

Wer eine zweite Flasche hat, kann sie problemlos wegräumen. Die Säure trägt diesen Wein aus meiner Sicht noch viele Jahre und wird ihn dabei frisch halten, während sich die Aromen weiterentwickeln. Honig, Lemoncurd und die Kokosnote deuten schon jetzt an, in welche Richtung das gehen kann.

Wer nur eine hat, öffnet sie ruhig jetzt und gibt ihr dann am Abend Zeit. Der Unterschied zwischen dem ersten und dem dritten Glas war größer als bei den meisten Weißweinen, die dieses Jahr bei mir im Glas standen.

## KORKLESE-Einordnung

Für 49,50 Euro bekommt man hier einen Weißwein, der über einen ganzen Abend etwas zu erzählen hat: ausdrucksstarke Nase, salzige Spannung, eine Textur nahe am Süßwein und trotzdem knochentrocken. Als Experiment hat sich die Flasche gelohnt, und Macabeo und Garnacha Blanca stehen bei mir ab jetzt auf der Liste.

Ein Hinweis für die Wiederholung: direkt aus dem Kühlschrank ins Glas ist bei diesem Wein die schwächere Variante. Er braucht ein paar Grad mehr, als der Kühlschrank hergibt, und ein Glas, in dem er sich bewegen kann.
